Sven Heuchert: Asche

thumb_IMG_9179_1024.jpgWenn man verbrennt, tief innen drin
Einer packt ein Mädchen, tritt es in den Keller, missbraucht es und donnert es an die Wand, bis es sich nicht mehr rührt. Ein anderer ist alt geworden während der Arbeit in der Fabrik, tagein, tagaus, und jetzt, wo seine Arbeitskraft nichts mehr wert ist, bleibt ihm nur die Kneipe, wo die Kumpel sitzen und es nach Bier riecht, nach Kotze, Tschick und Wut. Resignation, Frust, Gewalt: Das ist die Mischung, die das Blut der Männer zum Kochen bringt, der Alkohol und das Fehlen von Perspektiven tun ihr Übriges. Manch einer will ausbrechen aus dem Trott der Generationen, will studieren und ein besseres Leben haben, aber wenn er es nicht schafft, muss er zurück in die Welt der Verlierer. Und er muss prügeln, er muss Knochen krachen lassen, damit er überhaupt noch was hört in seinem tiefen, gedämpften Sumpf aus abgestorbenen Träumen.

Milieustudie ist ein wirklich abgeschmackter Begriff. Trotzdem trifft er zu auf Sven Heucherts schonungslose Geschichten: Der junge deutsche Autor bildet in seinen Debütstorys eine Gesellschaftsschicht ab, die Arbeiterschicht, greift sich eine Handvoll Figuren aus der Masse der Hunderttausenden und zeigt, wie sie leben. Das tut er auf eindringliche wie authentische Weise: So knallhart und verdichtet ist seine Sprache, dass sie wirkt, als käme sie direkt aus den Mündern dieser Menschen. Wie Ohrfeigen sind die Worte, wie Schläge in den Magen, und wuchtiger noch sind ihre Inhalte: Von Einsamkeit erzählen sie und von Schmerz, von Alkoholismus und Brutalität. Hackler heißen diese Arbeiter auf Österreichisch, doch egal, wie man sie nennt: Ihr Leben ist hart. Ihre Hände sind rau und vernarbt, ihre Herzen sind es auch.

Sven Heucherts Figuren sind Männer. Auf Frauen treten sie drauf, wenn sie ihnen unterkommen, Frauen suchen sie, um abzuladen, was sich aufgestaut hat, Frauen sind anwesend. Aber die eigentlichen Figuren sind Männer. Wenn sie ein Kind zeugen, behalten sie die Frau dazu, versorgen sie, fühlen sich ihr verpflichtet, füllen die Leere im Inneren mit Bier. Liebe gibt es nicht, nur in kleinen Dosen vielleicht, als ein Aufeinander-angewiesen-Sein, als ein Mittel gegen das Alleinsein oder in der Form von Sex. Frauen werden gejagt, vergewaltigt, blutig geschlagen und liegengelassen. Sie sind Objekte der Begierde, sie sind das, was man sich nimmt, oder das, was zuhause sitzt und einem auf die Nerven geht. Dazwischen gibt es wenig, einen heimlichen Blick vielleicht, eine einzige zärtliche Geste.

Sven Heucherts Storys sind selbst wie Männer: Sie benutzen nicht viele Worte. Er ist ein Meister der Verknappung, sparsam geht er um mit seinem Werkzeug Sprache – und schafft es trotzdem, viel zu sagen. Deshalb ist sein Buch Asche, auf das Tobias vom Buchrevier aufmerksam gemacht hat, so hervorragend. Auch wenn ich oft vom Dialekt in den Dialogen nicht viel verstehe, ist die Botschaft klar: Da suchen Menschen nach dem Glück, wühlen danach, graben, bis ihnen die Fingernägel brechen, und finden nichts weiter als ein schwaches Schimmern. Ein desillusionierendes, lebensnahes, starkes Buch.

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Asche von Sven Heuchert ist erschienen im Bernstein Verlag (ISBN 978-3-945426-13-5, 184 Seiten, 12,80 Euro). Eine weitere Besprechung findet ihr auch bei Sophie von Literaturen.

Emanuel Bergmann: Der Trick

thumb_IMG_9177_1024.jpg„Wahre Zauberkunst ist das Spektakel, die Illusion, die Unterhaltung“
„Wir sind hier beim Zirkus. Wir sind alle gleich. Im Theater ist jeder ein Edelmann Wir sind Künstler, und es gibt nichts Edleres als die Kunst.“ Das kommt dem 15-jährigen Mosche Goldenhirsch sehr entgegen, denn er ist Jude, in einer Zeit, in der es nicht gut ist, Jude zu sein. Wir schreiben das Jahr 1934, und Mosche ist seinem Vater weggelaufen, um sich dem Zirkus des Halbmondmanns anzuschließen. Er verliebt sich unsterblich in Julia, die Assistentin des Halbmondmanns, und bei den beiden lernt er alles, was er über die Kunst der Illusion und der Täuschung zu wissen gibt. Doch die Schergen der Nazis lassen sich nicht für immer austricksen. Viele Jahrzehnte später, im Jahr 2007, hat in Los Angeles der zehnjährige Max Cohen ein Problem: Seine Eltern lassen sich scheiden, und er muss das verhindern. Deshalb klettert er aus dem Fenster, um den großen Zauberer Zabbatini zu finden, der seine Familie retten soll. Doch der alte Mann hat darauf überhaupt keinen Bock …

Ein Wunderwerk ist Der Trick von Emanuel Bergmann, ein Zauberding, ein Buch voll doppelter Böden und Überraschungen. Der deutsche Autor, der jahrelang für Filmproduktionen in LA sowie für deutsche Verlage tätig war, hat eine wunderbare Geschichte mit Tiefgang geschrieben, die sich trotzdem leicht liest. Zwei Handlungsstränge gibt es, einen vergangenen und einen gegenwärtigen, sowie zwei Buben, deren Leben verschiedener nicht sein könnte: Der eine ist ein Jude in höchster Gefahr, der andere ein verwöhntes Einzelkind. Als einer von beiden ein alter Mann ist, treffen sie aufeinander. Ein Kauz ist dieser alte Mann, kratzbürstig, egoistisch und versoffen. Schüchtern und ratlos ist dagegen der kleine Junge, der unbedingt einen Liebeszauber braucht, damit sein Vater wieder zurückkommt.

Nichts an diesem Buch ist banal, im Gegenteil: Es ist vielschichtig und originell, raffiniert und gewitzt. Gefühle aus der Vergangenheit wirbeln auf wie Ascheflocken, aber von sentimentalem Kitsch ist Emanuel Bergmann meilenweit entfernt. Das macht seinen Roman so großartig: Er gesteht seinen Figuren Grant, Missgunst und Angst zu, er lässt sie authentisch sein, überfordert, unfreundlich, menschlich. Es ist die Definition von Galgen- bzw. Schwarzem Humor, dem Tod ins Gesicht zu lachen. All das Grauen, all der Schrecken der Judenverfolgung im Deutschen Reich sind in diesem Buch enthalten – und trotzdem vermittelt es eine Art gelöste Heiterkeit. Das ist perfekt austariert, ausgezeichnet geschrieben, nie unsensibel, sondern stets unterhaltsam auf hohem Niveau. Ein Buch wie ein verblüffend guter Zaubertrick.

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Der Trick von Emanuel Bergmann ist erschienen im Diogenes Verlag (ISBN
978-3-257-06955-6, 400 Seiten, 22 Euro).

 

11 Gründe, warum „Lesen als Medizin“ von Andrea Gerk gut ist

  1. GerkDieses intelligente, informative Sachbuch über die heilsame Wirkung des Lesens enthält Sätze wie: „Bücher können Trost schenken, Mut machen, Spiegel vorhalten, Zuflucht sein, Erfahrungen vermitteln, Perspektiven ändern, Sinn stiften. Bücher amüsieren und berühren. Und sie können ablenken – nicht zuletzt von uns selbst.“
  1. Ich lese eigentlich nie Sachbücher, nicht mehr, habe dieses hier aber bei Sophie und Mara entdeckt – und war so neugierig, dass ich es haben musste. Eine kluge Entscheidung!
  1. Ich habe mich noch nie damit beschäftigt, warum ich lese. Ich tue es einfach, es ist für mich selbstverständlich. Andrea Gerk hat mich mit ihrer historischen und wissenschaftlichen Übersicht zum Nachdenken angeregt – was bedeutet das Lesen an sich? Was wäre, wenn ich nicht lesen könnte, wenn ich keinen Zugang zu Büchern hätte? Ich schätze mich nun noch glücklicher, dass es so viel Lesestoff in meinem Leben gibt.
  1. Jetzt, wo ich mich mehr damit auseinandergesetzt habe, finde ich die menschliche Fähigkeit des Lesens noch ein bisschen wunderbarer.
  1. „Prosa und Gedichte sind wie Medikamente. Sie heilen den Riss, den die Wirklichkeit in die Vorstellungskraft schneidet.“
  1. Dies ist das absolut perfekte Buch für bibliophile Menschen. Wer nicht liest, wird nichts damit anfangen können. Wer dagegen viel liest, der MUSS sich dieses Buch unbedingt holen!
  1. Sehr interessant sind die Listen mit „Büchern, die mich stark beeinflusst haben“ von bekannten bzw. im Buch vorkommenden Menschen.
  1. Der große Themenreichtum – von Neurowissenschaft über misshandelte Kinder bis zu Klöstern und Gefängnissen – ist fantastisch.
  1. Andrea Gerk hat ihr Buch gespickt mit persönlichen Erfahrungen, die ihm einen authentischen Touch geben.
  1. Viel Wahrheit steckt in den Zeilen, wie beispielsweise in diesen: „Worte entfalten mitunter eine magische Kraft, die uns nicht nur intellektuell voranbringt, sondern auf vielschichtige Weise im Inneren berührt. Manchmal so sehr, dass ein Vers, eine Erzählung, ein Roman das ganze Leben verändern kann, und sei es nur für ein paar Stunden.“
  1. Dieses Buch packt mich an der Wurzel meines Seins: Lesen.

Lesen als Medizin. Die heilsame Wirkung der Literatur von Andrea Gerk ist erschienen bei Rogner & Bernhard (ISBN 978-3-95403-084-2, 324 Seiten, 22,95 Euro).

Max Scharnigg: Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau

Scharnigg „Wer sich im Krieg allein das Bücherlesen beibrachte, der würde im Frieden alles erreichen können“
Da ist ein Hof, und der steht in Pildau. Außer diesem Hof gibt es in Pildau nichts, nur eine Stange. Die wächst in den Himmel und wird zu allen möglichen Gelegenheiten gelängt, obwohl niemand weiß, warum eigentlich. Mit den Leuten aus dem Dorf haben die Pildauer nichts zu tun, und so leben sie völlig unbehelligt: Jasper, sein Vater und sein Großvater. Der war der Erste von ihnen in Pildau, wo er gar nicht hingehörte, sondern nur in den Zeiten des Krieges beherbergt wurde. Irgendwann blieb er einfach hier, während die Besatzer, die Hippies und die Frauen kamen und gingen. Besonders mit den Frauen hat nämlich keiner der Pildau-Männer Glück. Sie laufen ihnen am Ende immer davon. Nur eine bleibt, zumindest für eine Weile: die kleine Lada. Jaspers Vater hat sie aus einem brennenden Auto gerettet und behalten. Für Jasper ist dieses fremde Mädchen das Beste, was ihm passieren konnte: endlich ein anderes Kind! Mit Lada teilt er Mutproben und Bücher und all seine Geheimnisse. Bis den beiden das Erwachsenwerden in die Quere kommt …

Manchmal, da findet man etwas Ungewöhnliches. Eine bunte Handtasche in einer Secondhand-Boutique, die sonst niemand hat. Ein Lokal, in dem die Pizza unvergleichlich knusprig ist. Oder ein Buch wie Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau von Max Scharnigg. Es ist ein wunderbarer kleiner Schatz – und vor allem ungewöhnlich. Der 1980 in München geborene Autor hat bereits Kolumnen und einen Roman veröffentlicht, ich kenne ihn von der grandiosen Zeitschrift Nido, die ich gern lese. Mit seinem Buch hat er mich jedoch noch wesentlich mehr begeistert: Ich bin gleich hineingefallen wie in ein weiches Bett, wo die Decke superkuschlig ist und der Polster genau richtig liegt. Ich wusste: Hier ist es perfekt für mich, hier werde ich mich wohlfühlen. Und das Beste ist: Ich hatte Recht.

Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau ist ein Roman, der den Spagat bravourös meistert, berührend, aber nicht kitschig zu sein. Er erzählt von einem Ort in der Einöde, an dem die vergehende Zeit – in Form von abgestürzten Soldaten und Blumenkindern – nur zu Besuch kommt. Ansonsten dringen kaum Nachrichten von der Außenwelt nach Pildau. In diesem Kokon herrscht eine fast märchenhafte Stimmung, hier gibt es Geborgenheit und Guten-Morgen-Geschichten, Zusammengehörigkeit und Gemüse aus dem eigenen Garten. Pildau ist ein Sehnsuchtsort, eine kleine Insel der Seligen, wo der Realität so lange getrotzt wird, bis es nicht mehr geht. Ein herausragendes Buch – chapeau!

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Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau von Max Scharnigg ist erschienen  bei Hoffmann und Campe (ISBN 978-3-455-40388-6, 304 Seiten, 19,99 Euro).

Darragh McKeon: Alles Stehende verdampft

thumb_IMG_6301_1024Wenn ihr 2015 nur ein einziges Buch lesen solltet, dann dieses!*
Als die Atomkatastrophe in Tschernobyl geschieht, ist die Ratlosigkeit gigantisch groß: Niemand ist für einen solchen GAU gerüstet, es gibt keine Ausbildung dafür, keine Anweisungen – die entsprechenden Seiten im Betriebshandbuch sind geschwärzt –, keine Dosimeter, kein Jod. Denn es ist unmöglich, dass in der Sowjetunion so etwas geschieht. Die Partei macht keine Fehler. Die Betroffenen werden nicht informiert, nicht die umliegenden Ortschaften, nicht die nahen Städte, nicht das Ausland, während die Strahlung alles vergiftet. Der 13-jährige Artjom hat bereits bemerkt, dass etwas nicht stimmt, weil die Tiere aus den Ohren bluteten und die Vögel orientierungslos vom Himmel fielen. Trotzdem sind seine Familie und er nicht auf das vorbereitet, was mit ihnen geschieht: Sie werden von Soldaten gezwungen, mit einem Sack voll Kleidern das Haus zu verlassen, und in eine Stadt gebracht, wo niemand sie haben will, weil sie als vergiftet gelten – die eigene Tante öffnet ihnen nicht einmal die Tür. Ebenso unvorbereitet ist der Chirurg Gregori, der nach Tschernobyl geschickt wird – und völlig geschockt ist angesichts der Lage. Der Tod ist überall, und niemand weiß, wie man ihn unter Kontrolle bekommt. Gregori will helfen – und fällt dadurch schnell bei der Partei in Ungnade, was ernste Folgen für ihn hat. Als seine Ex-Frau Maria erfährt, wo er ist, macht sie sich große Sorgen. Zwischen den beiden war einst Liebe, sehr viel Liebe, und seit ihrer Scheidung sind beide abgetrennt vom Leben, voller Einsamkeit. Maria hat Gregori nie erzählt, was damals geschehen ist. Sie wohnt bei ihrer Schwester und deren Sohn Jewgeni, einem neunjährigen Klaviertalent, das um die Aufnahme am Konservatorium kämpft. Und Maria wird in Versuchung geführt, Jewgeni dazu zu benutzen, sich gegen das System aufzulehnen …

Alles Stehende verdampft hat mich überwältigt. Ich war von der ersten Seite an süchtig nach diesem Buch. Ich wollte es inhalieren, aufsaugen, immer bei mir tragen, jede Minute. Und jetzt bin ich gerade ganz aufgeregt, weil ich es unbedingt schaffen muss, euch mit dieser Rezension zu überzeugen, Darragh McKeons Debüt zu lesen. Wenn ich könnte, würde ich es in eure Bücherregale beamen, denn dort gehört es hin! Es ist so vieles in einem: eine wahnsinnig traurige Liebesgeschichte, ein Familienroman, eine Gesellschaftskritik, ein Bericht über den beginnenden Zerfall der Sowjetunion, eine Dokumentation der Katastrophe von Tschernobyl. Das alles verwebt der junge Autor meisterhaft und mit Verve. Ich bin begeistert, über die Maßen. Jede einzelne Figur ist lebendig und sehr menschlich gezeichnet, sodass ich das Gefühl habe, Maria, Gregori, Artjom und Jewgeni wirklich kennenzulernen, sie zu verstehen, Teil ihrer Welt zu werden. Und diese Welt stirbt. Im wahrsten Sinn des Wortes: Die extreme atomare Strahlung zersetzt Körper, zerstört Organe, verseucht und tötet. Die Partei reagiert unmenschlich, skrupellos und schockierend egoistisch: Während sie Menschen direkt ins Verderben schickt, um „aufzuräumen“, trinkt sie selbst saubere Milch in geschützten Zonen.

Als der Unfall in Tschernobyl geschah, war ich drei Jahr alt – und meine einzige Erinnerung ist, dass ich Tabletten bekam und eine Zeitlang nicht in der Sandkiste spielen durfte. Von den Details, die Derragh McKeon schildert, hatte ich wenig Ahnung. Umso mehr hat mich sein Buch aufgewühlt. Ich wollte in diesem Roman immer weiter und weiter lesen, nie sollte er zu Ende sein. Ich habe am Tag darüber nachgedacht und nachts davon geträumt. Er ist intelligent und berührend, präzise und gefühlvoll, er ist intensiv und krass und schön und poetisch. Ich möchte alle positiven Adjektive bemühen, um Alles Stehende verdampft – das im Original den wundervollen Titel All that is solid melts into air hat und dessen deutscher Titel dem Manifest der Kommunistischen Partei von Marx und Engels entstammt – zu beschreiben. Unfassbar traurig ist dieses Buch allerdings auch, tragisch, grausam, brutal. Es wird euch nicht loslassen, und es wird euch beeindrucken. Für mich ist es der Roman, der mich 2015 emotional am meisten berührt hat. Ein außergewöhnlich gutes Buch. Als ich es ins Regal gestellt habe, da klebte mein Herz noch dran.

*Eine unsexy Headline, ich weiß, aber sie macht euch hoffentlich neugierig genug, um diese Rezension zu lesen. Und dann das Buch!

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Alles Stehende verdampft von Darragh McKeon ist erschienen bei Ullstein (ISBN 9783550080845, 464 Seiten, 22 Euro). Im schönen Ullstein-Blog Resonanzboden könnt ihr einen Essay von Darragh McKeon über seine Reise durch das verseuchte Gebiet lesen.

J. J. Abrams & Doug Dorst: Das Schiff des Theseus – Das große „S“-Special im Bücherwurmloch Teil 5

thumb_IMG_6195_1024Gewinnspiel! Gewinnspiel! Gewinnspiel!
Nun habe ich euch eine ganze Woche lang mit Beiträgen zu Schiff des Theseus zugespamt. Ich hoffe, es ist mir gelungen, euch meine Begeisterung für dieses einmalig schöne Buch zu vermitteln. Und natürlich weiß ich, dass es einen stolzen Preis hat, aber ich könnte mir kein schöneres Weihnachtsgeschenk für bücherliebende Menschen vorstellen. Oder für euch selbst! Hab ich euch eigentlich schon verraten, dass es sogar nach altem Buch riecht, weil es extra eingeduftet wurde? Nein? Am besten macht ihr noch bis Sonntag, 6. Dezember 2015, beim Gewinnspiel* mit, dann habt ihr nämlich die Chance darauf, bald selbst dieses Mammut von einem Buch in der Hand zu halten. Kommentiert dazu einfach hier oder unter einem der anderen S-Beiträge, es gibt ja jetzt genügend davon (feine Selbstironie bitte hier einsetzen).

Wenn ihr noch ein bisschen mehr Interessantes über Schiff des Theseus lesen möchtet, werdet ihr beispielsweise fündig bei Druckfrisch, der Süddeutschen Zeitung, Zeilensprünge, Lesestunden und der Welt. Hier findet ihr den schönen Buchtrailer, und hier könnt ihr Kossi beim Unpacking zusehen.

Abschließend bleibt mir zu sagen, dass dieses Buch mich persönlich sehr bereichert hat, weil es mir mit Einfallsreichtum, Fantasie und großem Produktionsaufwand gezeigt hat, wie schön es ist, zu lesen. Es hat mich daran erinnert, wie sehr ich als Kind literarische Schnitzeljagden von Thomas Brezina oder anderen Autoren mochte, mit Codes und Rätseln. Und es hat auf eine sehr greifbare, haptische Art bewiesen, dass man, wenn man fest an eine vielleicht verrückte Idee glaubt, alles erreichen kann. Das ist sehr amerikanisch. Und sehr schön.

*Unter allen, die bis 6. 12. 2015 um 0.00 Uhr einen Kommentar unter den Special-Beiträgen hinterlassen, wird ein Exemplar von Schiff des Theseus verlost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Und übrigens: Wenn WordPress eure Mail-Adresse kennt bzw. ihr ein Gravatar-Profil habt, werdet ihr aufgefordert, euch anzumelden. Falls ihr das nicht könnt oder wollt, lasst im Kommentarfeld einfach die Mail-Adresse weg, dann klappt es auch so. Ansonsten schickt mir bitte eine Nachricht auf Facebook, ich poste dann euren Kommentar für euch, damit ihr am Gewinnspiel teilnehmen könnt. 

 

 

 

 

 

 

J. J. Abrams & Doug Dorst: Das Schiff des Theseus – Das große „S“-Special im Bücherwurmloch Teil 4

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„Dieses Buch ist so besonders, dass wir es unbedingt publizieren wollten“

Ein Interview mit Mona Lang, Lektorat Kiepenheuer & Witsch.

„Das Schiff des Theseus“ wird allerorts als große Buchkunst gefeiert. Was hat Sie dazu bewogen, ein derart besonderes Buch ins Programm aufzunehmen, dessen Umsetzung so aufwendig ist? Deine Frage beinhaltet tatsächlich schon unsere Antwort: Dieses Buch ist so besonders, dass wir es unbedingt publizieren wollten. Schnell war klar, wer dieses Buch (damals noch die Originalausgabe) in Händen hält, macht große Augen und die erste Reaktion war eigentlich immer: „Das möchte ich unbedingt haben!“. So ging es uns selbst auch. Am Anfang konnte man den Aufwand schwer abschätzen, doch alle Kosten und Mühen haben wir gerne auf uns genommen, um dieses einzigartige Werk auf Deutsch nun einem breiten Publikum zugänglich machen zu können.

Was war die größte Herausforderung bei der Übersetzung? Ganz klar: Die Codes in den Fußnoten. Die Codes sind wirklich sehr ausgeklügelt und unsere erste Aufgabe war: verstehen, wie sie funktionieren. Die zweite Aufgabe: das auf Deutsch genauso toll hinzubekommen. Ein Beispiel: In Kapitel 4 wird das Codewort ermittelt, durch die Wörter nach den Worten, die mit „ex“ beginnen. Wir mussten also deutsche Wörter finden, die mit der Silbe „ex“ beginnen, gleichzeitig aber inhaltlich Sinn machen, denn die Fußnote beinhaltet ja einen sinnvollen Fließtext.

Wie sind die beiden Übersetzer Tobias Schnettler und Bert Schröder vorgegangen: chronologisch oder je nach Figur/Randnotiz? Zunächst muss ich sagen: Tobias und Bert waren ein Segen für mich. Die beiden sind mit vollem Elan an dieses Projekt herangegangen und wir hatten viel Spaß dabei, zusammen zu rätseln und Lösungen zu finden. Ganz konkret hat Tobias Schnettler den Romantext von V. M. Straka und Bert Schröder die Randanmerkungen und Beileger übersetzt. Die beiden waren in ständigem Austausch darüber, wie sie gewisse Redewendungen und Begriffe übersetzen, damit alles nachher kohärent ist.

Was gefällt Ihnen persönlich an „Schiff des Theseus“ am besten? Ganz klar: Dass es nicht nur ein Kunstwerk ist, über das man nur staunen kann, sondern auch ein wirklich guter Roman, ein wirkliches Stück Literatur. Denis Scheck brachte es für mich auf den Punkt, als er dieses Buch „eine literarische Schnitzeljagd“ nannte.

Du hättest auch gern ein Exemplar dieses besonderen Buchs? Dann hinterlass bis Sonntag, 6. Dezember 2015, hier einen Kommentar, um am Gewinnspiel teilzunehmen! Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Und übrigens: Wenn WordPress eure Mail-Adresse kennt bzw. ihr ein Gravatar-Profil habt, werdet ihr aufgefordert, euch anzumelden. Falls ihr das nicht könnt oder wollt, lasst im Kommentarfeld einfach die Mail-Adresse weg, dann klappt es auch so. Ansonsten schickt mir bitte eine Nachricht auf Facebook, ich poste dann euren Kommentar für euch, damit ihr am Gewinnspiel teilnehmen könnt.